Gnocchi al studioso

Geldknappheit muss nicht zur Pferdelasagne aus der Plastikschale führen.

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Ok, alles selbstgemacht ist dann ja auch nicht, aber zwei Leute satt kriegen in einer Viertelstunde geht deutlich unter 5 € und ist sogar noch lecker und recht gesund.

Bei diesem Rezept achte man auf die Bilddetails, studentisches Sparessen in Demeyere Kochgeschirr. Klarer Fall von vornehm geht die Welt zu Grunde. Und das tut sie, don’t worry!

 

OK, zurück an Herd.
Man nehme eine Pfanne, ein viertel Paket Butter, “frische” Gnocchi vom Discounter der beiden Brüder, Butter in die Pfanne und mittlere Hitze anstellen und warten bis sich die Butter klärt.
Achtung, mit der Demeyere-Pfanne dauert das Vorheizen länger, aber man nimmt danach eine Stufe weniger als mit einer Billigpfanne, also Stufe 3.
dann geben wir die Gnocchi hinein und wenden diese alle paar Minuten. Ein paar Krümel Fleur de Sel kann da auch noch rein.

In der Zwischenzeit schneiden wir zwei mittlere Zwiebeln in Halbringe und verwandeln zwei oder drei Knoblauchzehen in hauchdünne Scheiben. Etwas Olivenöl in der Sauteuse erhitzen, die Zwiebeln und später den Knobi hinein und alles schön glasig schmoren.
Eine kleine Dose gehackte Tomaten dazu geben und bei kleiner Hitze reduzieren. Zum abschmecken brauchen wir eine Prise Fleur de Sel, frisch gemahlenen schwarzen Pfeffer, eine kleine Prise gemahlenen Zimt und am besten frische Kräuter. Ich hatte hier jetzt nur Majoran zur Hand, Oregano und Thymian gab’s dann doch nur getrocknet. Die lustigen grünen Blätter auf dem Foto sind leider kein Basilikum, sondern Minze. Sieht auf dem Foto zwar genauso gut aus, passt aber nicht. Nehmt um Himmelswillen Basilikum!

Nach so ca 8 Minuten sollte die Sauce ausreichend reduziert sein, so dass sie eigentlich keine mehr ist, so von der Konsistenz her. Das ganze auf einem vorgewärmten Teller anrichten, geriebenen Parmesan drauf, gerne reichlich, garnieren und ab auf den Tisch.

Teller vorwärmen ist bei Gnocchi und Teigwaren richtig wichtig, sonst muss man dreiviertel seines Essens kalt essen.

 

Nichts zu essen, aber gekocht

Mein Gott! Ein Tee!

Tee in die Kanne, kochendes Wasser drauf, gut is.  Und dafür schreibt der Typ ein Rezept? Yepp! Tut er!

Denn es handelt sich um den “berühmten” Sieben Welten Wellness Tee.

Den habe ich dort bei meinen Wellnessurlauben lieben gelernt. Der Ist nicht nur super gesund, nein, der ist vor Allem super lecker.

Also gleich mal vorweg, eigentlich braucht man dafür ne Küche, wenigstens eine Küchenmaschine, sprich einen Cutter. Kennt man ja schon, es gibt keine Küche….

Es ist nämlich ein Ingwertee und Ingwer soll man nie Reiben sondern immer schneiden. Der Saft tritt beim Reiben aus, gleichzeitig entsteht eine riesige Oberfläche und der Saft kann mit dem Luftsauerstoff reagieren.

Für meine 1,8L Tonziegelkanne nehme ich mir eine Ingwerzehe, die meine Hand gut ausfüllt, wenn Du also jetzt nur 1,60 bist, sollte Deine Hand sich nicht um die Zehe schließen lassen. Die wird dan mit dem Sparschäler von der Schale befreit. Und eigentlich in Stücke geschnitten und in den Cutter gegeben. Oder eben gerieben. Wichtig beim reiben ist es den Saft halt auf zu fangen und sich zu beeilen.

Der, wie auch immer, zerkleinerte Ingwer kommt jetzt in die Kanne und wird, oh Wunder, mit kochendem Wasser übergossen. Jetzt pressen wir eine kleine Zitrone aus und geben den Saft mit in die Kanne. Nu ist das Zeug erstmal scharf und sauer und noch gar nicht lecker. Deshalb kommt jetzt der Honig.

Aber Vorsicht! Zuviel ist tödlich!
Also einen kleinen Teelöffel Honig in der Kanne verrühren und probieren. Das wiederholen wir solange, bis der Eindruck “das ist sauer” nicht mehr da ist. Das ist deutlich vor dem Punkt “das schmeckt süß”.
Und jetzt stellen wir das ganze für mindestens eine halbe Stunde auf das Stövchen bevor wir servieren. Das tolle ist, man kann jetzt den ganzen Tag leckeren Wellness-Tee genießen. Je länger der auf dem Stövchen steht, um so leckerer wird der.

Ja mei, und schee machts a

 

 

 

 

Humus

“Das klingt nach Erde”

War doch wirklich der Kommentar meiner Freundin, als ich sagte dieses Wochenende mach ich Humus. Ja – da kommen einem Zweifel an der eigenen Auswahlkompetenz…

Nein, ich wollte nicht in Gras beißen, ich wollte Kichererbsenmuß machen.    -  Hab ich auch.    -  War lecker. Geht ganz leicht.

Wenn man eine Küche hat.
Alles rein in den MIxer und gut.

Wenn man keine Küche hat, geht das auch.

Man braucht dazu:

eine große Dose Kichererbsen (oder getrocknete und ne halbe Woche Zeit)
2 bis 3 Zitronen
3 Esslöffel Olivenöl oder Sonnenblumenöl
2 Esslöffel Sesampaste (Tahina)
getrocknete Chillies so’n halben Teelöffel
2 Esslöffel Cumin
eine kleine Handvoll geschälter Knoblauchzehen
Fleur de Sel
Pfeffer gemahlen, darf auch weißer sein…

Und so gehts:
Dose auf, Durchschlag in ne Schüssel stellen und den Doseninhalt rein. Die Flüssigkeit von den Kichererbsen braucht man noch.

Kichererbsen in einen unbeschichteten Kochtopf, den Kartoffelstampfer raus und alle Erbsen platt drücken. Ey, das dauert ewig, man träumt von der Mulinette und kriegt dicke Adern auf den Unterarmen.

Dann den Zitronensaft, den gehackten Knoblauch das Öl und Tahina mit ganz bisschen vom Kichererbsensaft – kurz alles bis auf Pfeffer und Salz – verrühren.

Und jetzt mit dem Zauberstab zu Paste pürieren. Wenn es zu dick ist, etwas vom Kichererbsensaft dazu – aber vorsicht, wenn es zu dick wird, kann man Flüssigkeit nachgeben, raus bekommt man die Flüssigkeit nicht mehr.

Richtig lange, das muss echt cremig werden.
Mit Pfeffer und Salz abschmecken und wieder den Zauberstab rein.

Wenn die Creme fertig ist, in eine Schüssel tun, mit Frischhaltefolie abdecken und kalt stellen. Mindestens 2 Stunden, besser 12. Der Rest am nächsten Abend war am leckersten.

Zum Servieren in eine flache Schüssel oder einen tiefen Teller geben, frische gehackte Nana Minze drüber streuen und warmes Fladenbrot dazu reichen.

Kost fast nix – jepp, macht Eindruck.

 

 

Grießschnitten

Das Grundrezept ist einfach, 200 bis 250 Gramm Hartweizen Grieß in einen Liter kochende Milch einrühren, Zucker und Gewürze gleichzeitig in den beschichteten Topf (runder Übergang vom Boden zur Seite) einrühren und für ein paar Sekunden aufkochen. Jepp, die Nummer ist hektisch, Rührunterbrechungen sind nicht gut und das Aufbringen auf ein gut angefeuchtetes Kunststoff – Schneidbrett mit anschließendem Glattstreichen sollte eine flüssige Bewegung sein. Danach mit Zucker bestreuen, das verhindert eine fiese, ekelige Haut auf dem superflachen Grießpudding, den man da produziert hat.

Den schneidet man dann in Streifen oder sticht mit der Plätzchenform lustige Formen aus und legt die dann auf ein Backpapier und packt das dann in den Krebs. Klar, den hat keiner zu Hause, ich erst recht nicht, also ab in den 20 Euro Pizzagrill und Oberhitze an, bis das ganze etwas Farbe nimmt, Aber Vorsicht, zwischen “ich sehe nichts” und “Holzkohle” liegen da nur wenige Sekunden.

 

tbc

Vinaigrette

Die Vinaigrette hat einfach einige Vorteile gegenüber Sahne basierenden Salatsoßen, man braucht weniger, da die Geschmacksdichte höher ist, man kann das Zeug ein paar Tage lagern, ohne wesentlichen Qualitätsverlust, man kriegt mit Kräutern schneller verschiedene Geschmacksrichtungen zu Stande und die (Grund) Zutaten kann man immer im Haus haben, da wird nichts schlecht von. An der frischen Zitrone kommt man nicht vorbei, das Zeug nur mit Essig aufzuschlagen wird entweder (fast immer) zu sauer oder zu ölig wenn der halbe Liter Essig jetzt hyper weicher Balsamico für 20€ plus ist, wär Zitrone natürlich ne Sünde. Zitrone ist nicht zwingend, Hauptsache saurer Saft. Zu hellem Blattsalat geht auch Orange. Wenn man noch Fisch oder Meeresfrüchte im Salat hat, sind auch Lemonen super. Noch eine Handvoll frische Minzblätter, eine Spur Cumin, frisch gemahlener Pfeffer und Fleur de Sel und brauner Zucker – lecker. Und macht echt Eindruck, haben die meisten noch nicht gegessen und erinnert an Mojito.

Grundsätzliches zur Vinaigrette. Saft und Essig immer zuerst in das Rührgefäß, sonst noch nichts, dann in ganz kleinen Dosen das Öl unterschlagen. Immer nur ganz wenig auf einmal und reichlich kinetische Energie zufügen, also schlagen, bis das ganze anfängt leicht dicklich zu werden, dann kann man langsam den Arm entspannen und die Gewürze und die Süßung einarbeiten.

Salz: Wer jodiertes Speisesalz aus der Saline in der Küche hat – sollte die Küche renovieren, aber nicht darin kochen. Ist schädlich und schmeckt beschi…, auch das tolle Himalya-Salz tu ich an Fleisch und Gemüse, wenn’s denn sein muss, im Salat schmeckt mir bislang nur fleur de sel.

Kräuter: Holzige Stengel müssen per Hand raus, ist klar, bevor man aber jetzt zehn Minuten lang das Wiegemesser bemüht, halte ich da den Zauberstab rein, durch die Verteilung spare ich Kräuter und bekomme ne lustige Farbe. Zauberstab? Kuckst Du hier: Zauberstab, mit bürgerlichem Namen Pürierstab

Meine Einkaufsquellen

Hier erwähne ich mal die Leute, die mich mit Sachen beliefert haben oder mir sonst geholfen haben. Natürlich nur die, die mich als glücklichen Kunden haben, nicht die, die mir die Weißglut ins Gesicht treiben. So zu sagen Hand verlesen und geadelt.

Wer kochen will, braucht Leute, die essen, Gäste also. Wenn man das hinterher bloggen will und von IT auch keine Ahnung hat, kann man sich gut mal ein paar IT-Sachverständige einladen. Meine Gäste hatten dann mal nicht nur Ahnung vom essen sondern auch von Datenschutz. Auch wenn dieser Blog wohl nie so groß wird, dass er ein IT-Wertgutachten erfordern würde. Aber wer weiß das schon.

Alsooo, wer tolle Topflappen haben will und seine Töpfe auch auf dem Holztisch abstellen will, der, ja der macht die selbst. Als Patchworkarbeit aus Patchworkstoffen, das Ganze heißt dann Quilt und macht echt was her.das kann da so aussehen:Patchwork Topflappen

oder ganz anders, da kann sich jeder beim Patchworken auslassen, wie er will.

Hallo Dave!

Alle möglichen Berufe gelernt zu haben, außer Koch, ist toll. Solange man nicht meint besseres Essen machen zu wollen, als die Fresstempel in der Stadt in der man wohnt. Aber je wahnsinniger ein Plan um so lustiger ist die Verwirklichung.

Professionell kochen ohne professionelles Kochgeschirr

ist gar nicht so leicht, wenn man keine Küche mit professionellem Kochgeschirr hat.

Jedenfalls keine richtige, sondern nur eine Singelküche mit zwei Kochplatten. Ein Spülbecken und 60 cm Arbeitsfläche, ein paar Schneidbretter und Ende Gelände…  Ok, und mein geliebtes Keramik-Santoku.

Kein Induktionsherd oder Gewölbeofen oder professionelles Kochgeschirr.

 

Eine fast unbewältigbare Herausforderung darauf ein mehrgängiges Menü für viele Gäste zu zaubern.

Es ist aber schon in Ansätzen gelungen. Drei Gänge für vier Leute sind damit möglich. Ein paar coole Küchenhelfer sollten allerdings schon da sein. Ein Santoku von hoher Qualität ist das absolute Minimum. Eine beschichtete Pfanne, ein Schmortopf und zwei drei Edelstahltöpfe gibts auch, der Rest ist Wille und Organisation. Für den Biomüll reicht auch eine alte Zeitung auf dem Boden, geschnittenes Gemüse kann man auf Tellern im Nebenraum lagern, beim Kochen hält man sich dann sogar noch fit, wenn man die Zutaten im Laufschritt aus dem Nebenzimmer holt. Die Beinarbeit ersetzt da locker zwei Stunden Boxtraining. Ein wenig Planung ist hier natürlich gefragt, das Blanchieren von Gemüse geht logischer Weise auch im Edelstahltopf, das zuende Dünsten in Butter na klar auch. Zwei Kilo Schweinebraten schmort man dann doch schon besser in einem hochwertigen beschichteten Topf – wow, der wäre sogar induktionsgeeignet. Hätte man einen Induktionsherd …. aber wir leben ja nicht  in einer perfekten Welt…

Warme Vorspeisen kann man bei dem Ausrüstungsstand gleich mal voll vergessen. Die fertige Salat Mischung aus dem Supermarkt mit ein paar eingelegten Garnelen vom Griechen oder Türken oben auf können auch was her machen, Die cremig geschlagene Vinaigrette mit einem guten Olivenöl und frischen Kräutern und einem weißen Balsamico muss einfach nur delikat genug sein und schon wird Einfachheit zur Tugend.

Desserts kann man Stunden vorher vorbereiten, selbst wenn es warme sind. Nach dem Hauptgang sind die Herdplatten ja wieder frei. Dass man beim Abtragen nebenbei was warm macht, fällt ja eh keinem auf. Außerdem brauchen die Gäste ja eh ne kleine Pause um wieder Platz im Magen und Appetit zu bekommen. Einer meiner beliebten, auch schon am Vortag, vorbereiteten Nachtische sind Grießschnitten mit frischen und / oder karamellisierten Früchten. Kosten fast nichts und lassen der optischen Kreativität Raum ohne Ende. Das einzige, das ein wenig kostet ist die Vanille, das Zeug ist ja langsam teurer als Gold, ich hab das im Supermarkt schon für 2,83€ pro Stange gesehen – Wahnsinn! Aber wie ich unter ein Euro die Stange komme, hab ich leider auch noch nicht raus. Und, bitte nehmt immer echte Vanille, die Ihr frisch aus der Schote kratzt, man schmeckt und riecht es. Beim Betreten der Küche mit geschlossenen Augen.